„Religion darf niemals ein Grund für Gewalt sein“

- 04.06.2024 - 

Landesbischöfin Heike Springhart fordert dazu auf, sich aktiv gegen Hass und Extremismus jeglicher Art zu stellen

Karlsruhe/Mannheim/Heidelberg, (06.06.2024). „Die tödliche Messerattacke in Mannheim, der ein junger Polizist zum Opfer gefallen ist, und eine Woche zuvor die Nachricht über das geplante Attentat auf die Synagoge in Heidelberg – beides hat uns alle tief erschüttert“, so Heike Springhart, Landesbischöfin der Evangelischen Landeskirche in Baden. 

Landesbischöfin Heike Springhart

Quelle: ekiba / Hornung - eingebettet von www.ekiba.de

„Beides hat erneut deutlich gemacht, wie wichtig es ist, gemeinsam für die Grundwerte der Demokratie einzustehen und sie zu verteidigen. In Zeiten wie diesen, in denen Hass und Gewalt immer präsenter werden, ist es wichtiger denn je, einander mit Respekt und Empathie zu begegnen. Religion darf niemals ein Grund für Gewalt sein, sondern sie ist eine Quelle der Hoffnung, des Trostes und des Zusammenhalts. Egal welchem Glauben wir angehören, wir alle teilen die gleiche Menschlichkeit. Dabei beginnt die interreligiöse Toleranz bei jedem Einzelnen von uns. Es ist wichtig, Vorurteile abzubauen, sich über andere Religionen zu informieren und den Dialog zu suchen.
 
Gemeinsam sind wir gefordert, uns aktiv gegen Hass und Extremismus jeglicher Art stellen – in unserem Alltag, in unserer Nachbarschaft, in den sozialen Medien. Indem wir uns für eine Kultur der Toleranz und des Respekts einsetzen, können wir dazu beitragen, dass sich solch schreckliche Ereignisse wie die Messerattacke in Mannheim nicht wiederholen.
 
Dass am Montag auf dem Mannheimer Marktplatz rund 8000 Menschen am interreligiösen Friedensgebet teilgenommen haben und dort gemeinsam ihrer Trauer und Fassungslosigkeit Ausdruck verliehen haben, ist ein deutliches Zeichen der Hoffnung. 
 
Ende Januar haben wir uns als Landeskirche an der Gründung eines breit aufgestellten zivilgesellschaftlichen Bündnisses für Demokratie und Menschenrechte beteiligt. Im engen Schulterschluss aus den vier Kirchen in Baden und Württemberg, aus Religionsgemeinschaften, Gewerkschaften, Verbänden, Vereinen, Initiativen, Unternehmen, Parteien sowie lokalen Initiativen und Vereinigungen bilden wir landesweit und vor Ort breite demokratische Bündnisse. Lasst uns gemeinsam daran arbeiten, eine Welt zu schaffen, in der Menschen unterschiedlicher Religionen friedlich miteinander leben können.“
 
  

Stefan Herholz

Pressesprecher / Bereichsleitung Presse und Öffentlichkeitsarbeit